Entgegen
manchen Erwartungen gedeiht der Globus unter dem Klimawandel: Von 1980 bis
2000 hat sich die Primärproduktion der Pflanzen im weltweiten Durchschnitt
um 6,3 Prozent erhöht, das zeigen Satelliten-Messungen der Vegetation. Die
Gründe sind so vielfältig wie der Klimawandel selbst: In Europa und Nordamerika
sorgt die Erwärmung für längere Vegetationszeiten, in Asien und Australien
haben sich regional die Niederschlags-Verhältnisse verbessert. Und dort,
wo die Vegetation am üppigsten ins Kraut schießt - in den Regenwäldern Amazoniens,
das 42 Prozent zum globalen Zuwachs beiträgt -, haben sich die Wolken ausgedünnt:
Die Pflanzen bekommen mehr Licht (Science, 300, S. 1560).
NEUTRINOS: LABORS LEIDEN
Einer der wichtigsten Neutrino-Detektoren, der unter dem
Gran Sasso in Italien, stellt vorläufig das Forschen ein: Das Entwässerungssystem
des Tiefen-Labors ist undicht - und entwässert wird nicht nur nur eingedrungenes
Grundwasser: Die Forscher hantieren auch mit toxischen Flüssigkeiten, von
denen geringe Mengen in die Umwelt gerieten. Nachdem ein Untersuchungsbericht
die Gefährdung von Trinkwasser befürchten ließ, wurden jetzt fast alle Experimente
fürs Erste abgesagt, vor allem eines, bei dem vom Forschungszentrum CERN
nahe Genf Neutrinos durch den Sasso geschossen und dort detektiert hätten
werden sollen (New Scientist, 4. 6.). US-Forscher können nicht aushelfen:
Sie wollten ein Labor in einer aufgelassenen Goldmine einrichten. Aber die
Betreiberfirma stellt die Entwässerung ein, der Stollen säuft ab (Sciencenow,
4. 6.)
BLUTMANGEL: WURM ALS SPENDER
Der Meereswurm Arenicola marina soll dem wachsenden Mangel
an Spenderblut abhelfen. Das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung
lässt die relative Zahl der Blutspender sinken, allerlei Krankheitserreger
- von HIV über Prionen bis hin zum West Nile Virus - machen immer weniger
Spenderblut nutzbar, zudem ist das Screening aufwendig. Deshalb sucht man
lange schon nach Alternativen. Aber Hämoglobin von Tieren kann Allergien
auslösen und die Nieren schädigen. Synthetisches Blut wiederum wird zwar
jedes Jahr gemeldet, ist bisher doch nicht da. Nun setzen französische Forscher
auf den Meereswurm. Zwar ist sein Hämoglobin-Molekül etwa 50 Mal so groß
wie das des Menschen, aber das ist ein Vorteil: In dieser Größe kann es die
Nieren nicht verstopfen. Im Mäuseversuch hat sich das Wurmblut bewährt (Nature,
4. 6.).